Conventa OP-Übertragung in Köln

„Wir brauchen eine Live-Videoübertragung vom Operationssaal in einen Hörsaal einen Kilometer entfernt. Kabel können in den Gängen nicht verlegt werden.“ Mit diesen Anforderungen begann unser Auftrag an der Uniklinik Köln vergangenen Samstagmittag. 

Conventa Medienserver
die Lösung.

Dieser Anruf von “viva la vision” und “domain film” kam insofern genau im richtigen Moment, als dass wir gerade mit unseren neuen Medienserver experimentiert hatten um unsere Streams noch flexibler anbieten zu können. Insbesondere hatten wir uns gerade mit Local Area Network Streaming auseinandergesetzt, um auch für Kunden Streaminglösungen anbieten zu können, bei denen die Aufnahmen das Intranet nicht verlassen dürfen. Dies ist besonders interessant für Firmen und Forschungseinrichtungen bei denen Videos live übertragen werden sollen, jedoch sichergestellt sein muss, dass die Inhalte und Geschäftsgeheimnisse das Unternehmen nicht verlassen.
Genau die richtige Lösung um eine neue Operationstechnik aus einem OP in einen Hörsaal zu übertragen!

Keine Liveübertragung ohne Backupplan

Eigentlich wäre der Job ein Kinderspiel gewesen. Eine Mehrkameraproduktion mit Regie und Bildmischung im Operationssaal und Übertragung über die bestehende Glasfaserleitung in den Hörsaal, für unsere Partner Jan Bruchmann und Dirk Schweitzer die regelmäßig Produktion für RTL, WDR und ARD machen eine Leichtigkeit. Jedoch war bei der Vorbegehung in den Tagen zuvor aufgefallen, dass die Glasfaserstrecke, die regulär für das Universitätsnetzwerk genutzt wird nicht durchgängig war.

Selber eine Glasfaserleitung zu ziehen fiel als Option aus, da es Branschutzrechtliche Bedenken gab diese Leitung aus dem OP heraus durch die Gänge des Krankenhauses zu ziehen. Eine Funkverbindung kam auf Grund der Distanz und der sensiblen, medizinischen Geräte nicht in Frage. Daher sollte die Übertragung über das Netzwerk als Stream erfolgen.

In der Detailbesprechung ergab sich jedoch ein massives Problem, wir können zur Produktion nicht vor Ort sein, zwar war es uns möglich ohne Problem bereits Montag für einen Testlauf anzureisen, jedoch ist dies zum eigentlichen Produktionstermin nicht möglich, da wir genau an diesem Tag für den MRI-Kongress einen Livevortrag aus Amerika zuschalten werden. Somit konnten wir nicht auf unser Standardequipment zurückgreifen und auch keiner aus unserem Team konnte die Produktion vor Ort begleiten um etwaige Probleme zu beheben.

 

Umsetzung mit limitiertem Budget

Es war klar, dass wir einen weiteren Server aufsetzen mussten, dieser musste aus der Ferne wartbar sein und vom Produktionsteam ohne Probleme bedient werden können.

Hinzu kam, dass in der bisherigen Planung eine Standleitung aus dem Hörsaal in den OP vorgesehen war um Fragen des Publikums zu ermöglichen. Ohne Standleitung war diese auch weggefallen und machten nun aufwendige Lösungen nötig die zuvor im Budget nicht einkalkuliert worden waren.

Noch am Nachmittag trafen wir uns in unserem Büro in der Villefortgasse um die genaue Umsetzung für diese Veranstaltung zu erarbeiten.

Mit den begrenzten finanziellen Mitteln in der kurzen Zeit ein neues System aufzubauen rief den  Raspberry Pi auf unseren Plan.

Der Raspberry Pi ist ein Minicomputer für knapp 50,-€ den wir bei unseren Produktionen einsetzen um unsere On-Air Signale zu steuern und um über WLAN Audiokommunikation im Team zu ermöglichen.

Die große Fragen bestand darin, ob es unsern Medienserver auf diesem kleinen Computer möglich seien würde Videos in FullHD zu übertragen.

 

Benutzerfreundlichkeit als höchstes Gebot

Nachdem wir bis in die Nacht hinein das bestehende System optimiert hatten stand fest, dass die Übertragung auch mit dem sehr kostengünstigen System möglich war. Zusätzlich gelang es uns sogar einen Audiorückkanal aus dem Hörsaal anbieten zu können. So bestand die Möglichkeit, dass das OP- und Regieteam mittels einer APP auf dem eigenen Smartphone die Fragen des Publikums direkt erhielten.

Unsere Server Lösung musste aber noch dahin gebracht werden, wie ein Plug & Playgerät zu funktionieren, damit auch mit dem System nicht vertrautes Personal problemlos arbeiten konnten. Glücklicherweise wurde die finale Vorbegehenung auf Mittwoch verschoben, so dass wir für den „letzten Schliff“ noch etwas Zeit hatten. Gleichzeitig stand aber auch fest, sollte eine Übertragung nicht möglich sein, würde die gesamte Veranstaltung abgesagt werden.

Wir automatisierten daher die Konfiguration des Servers und bereiten das System auf alle erdenklichen Fälle vor um schnell und problemlos zu funktionieren. Bei unseren Liveproduktionen versuchen wir nach Möglichkeiten möglichst autark von der vorhandenen Infrastruktur zu sein und alle System redundant vorhalten zu können.

Bei diesem Auftrag führte kein Weg am Intranet der Uniklinik vorbei.

Arbeiten zwischen den Schnittstellen

Dienstagnachmittag war es dann soweit Simon Orlob, der den Medienserver entwickelt hatte flog mit allem Material im Handgepäck ins Rheinland um am nächsten Morgen um 9 Uhr den Testlauf im laufenden OP-Betrieb durchzuführen.

Uns war es in der Zwischenzeit sogar gelungen das Video in 1080p auf dem kleinen Computer anzeigen zu können. Damit war das System bis zum seiner absoluten Leistungsgrenze ausgelastet.

Als glückliche Vorsorge sollte sich diese Möglichkeit aber am nächsten Morgen herausstellen. Leider war es dem Boten nicht mehr gelungen dem Produktionsteam rechtzeitig den nötigen Encoder dem zuliefern. Somit musste die Technik die für die Wiedergabe im Hörsaal eingeplant war, für die Videoübertragung im OP eingesetzt werden.

Noch mehr Flexibilität bedurfte aber die Zusammenarbeit mit den Systemadministratoren. Das Netzwerk der Uniklinik Köln, als größtes Krankenhaus im Rheinland muss höchsten Ansprüchen in Performance und Sicherheit gerecht werden. Hier Geräte von außen einzubinden, bedeutet einigen Aufwand. Nachdem aber alle nötigen Anpassungen im Netzwerk getroffen waren war es soweit, unser Leichtgewicht von Medienserver musste sich beweisen.

Er musste eine Live HD-Video aus dem OP in einem Kilometer Entfernung empfangen, verarbeiten und auch noch abspielen.

Wir steckten das Netzwerkkabel ein und hofften darauf, das wir nichts übersehen hatten. Der erste Verbindungstest in den Operationssaal ging durch, die Leitung funktionierte. Nun war es an unserem Medienserver, das System musste funktionieren.

In der Zwischenzeit füllte sich auch der Hörsaal mit Studierenden die zur nächsten Vorlesung eintrudelten; das Zeichen für uns schnell fertig zu werden.

Hör

Wir starteten das System und warteten gespannt.

Bevor noch die erste Bildübertragung ankam schaltete sich unsere Audiokanal auf, man konnte den Tom aus dem Hörsaal im OP hören. Dann kam auch das Videosignal an. Die Zahlen auf dem Bildschirm zeigten an, dass der Stream unterbrechungsfrei ankam.

Für die Studierenden und das Personal im Hörsaal muss unverständlich gewesen sein, was sich hinter den schnell größer werdenden Zahlen auf der Leinwand (den empfangenen Megabytes) verbirgt. Dann startete aber auch der Player und alle konnten sehen, was gerade im OP passierte.

Wir danke Dir Schweitzer von livewatch.tv für die Vermittlung dieses interessanten Auftrags!

 

Der Conventa Medienserver.

Wir nutzen bei unseren Livestreams den Medienserver um zeitgleich den Stream an verschiedne Videodienste (YouTube, Facebook, Persicope, Stream, etc.) simultan zu verteilen. Insbesondere gelingt es uns so von entlegenen Orten, mit begrenztem Internetzugang trotzdem eine Vielzahl von Plattformen zu erreichen.

Der Conventa Medienserver übernimmt die Aufgaben wie YouTube.

  • stellt den zentralen, empfangenden Server dar
  • verarbeitet den Livestream
  • zeichnet Videos auf
  • stellt die Videos zum Anschauen bereit
  • verfügt über voll-verschlüsselt Verbindungen
  • ist über ein Interface leicht zu bedienen.

Der Medienserver ist für verschiedene Anwendungen interessant. So zum einen, wenn es darum geht das Videomaterial nicht über eine unsichere Leitung zu verschicken, wie es z.B. für Forschungseinrichrtungen wichtig ist.

Der Medienserver ist aber auch für Organisationen interessant, die über mehrere Plattformen oder z.B. mehre Facebookseiten verfügen auf die simultan live übertragen werden soll.

Als Festinstallation ist der Conventa Medienserver, für Krankenhausträger interessant, die flexibel innerhalb ihres Netzwerkes live Übertragungen aus ihrem OP übertragen wollen. Der Medienserver stellt einen zentrale Instanz dar, die das Videosignal im Netzwerk verteilt, wobei ein Zugriff nur mit speziellen Zugangsberechtigungen möglich ist.